Der von HBM Hora Markus eigens für die KinderHTL erstellte Werkstattplan zeigt Aufriss, Seitenansicht und die charakteristische Diagonalstruktur der Leonardobrücke. Für die Kinder ist es der erste Kontakt mit einem echten technischen Zeichnungsblatt – mit Maßstab, Schriftfeld, Blattnummer. Kein digitales Werkzeug, keine App: Hier wird mit Bleistift und Stahlwinkel auf Papier gemessen, übertragen, markiert. Das Lesen eines Plans ist eine eigene Fertigkeit, und wer sie beherrscht, hält einen Schlüssel in der Hand, der in jedem Handwerksberuf zählt.
In der weitläufigen Zimmereihalle der HTL Mödling – mit sichtbarem Holztragwerk im Dach und großem FELDER-Bandsägenautomaten im Hintergrund – beginnt die eigentliche Arbeit. An langen Hobelwerkbänken aus Buche stehen die Kinder, Stahlwinkel und Sägeblatt in der Hand. Jede Verbindung der Leonardobrücke erfordert exakt gleich lange Holzstreifen – wer hier ungenau misst, baut später eine Brücke, die nicht zusammenhält. Das wissen die Kinder spätestens dann, wenn der erste Versuch schief sitzt und sie nochmals zum Plan zurückkehren.
Es ist dieser Moment – das eigenständige Erkennen, warum Präzision wichtig ist – der den pädagogischen Kern dieses Workshops ausmacht. Nicht die Kursleiterin oder der Kursleiter erklärt es; das Material selbst lehrt.
Der Akkubohrer ist für viele das erste ernsthafte Werkzeug, das sie je in der Hand gehalten haben. In der Zimmereiwerkstatt der HTL Mödling, ausgestattet mit klassischen Hobelwerkbänken aus Buchenholz und einer vollständigen Handwerkzeugsammlung, lernen die Kinder, wie man eine Schraube ansetzt, wie viel Druck nötig ist und wann man innehält, damit das Holz nicht aufreißt.