ELEKTRONIK INDIVIDUALISIERT 2
IMST Projekt im Schuljahr 2017/18

Worum geht es?

Schon im Vorgängerprojekt „Elektronik individualisiert“ im Schuljahr 2015/16 war das Ziel, den Start der Elektronikausbildung mit geeigneten Formen des individualisierten Unterrichts interessanter, abwechslungsreicher und erfolgreicher zu gestalten, ohne dabei an dem Erreichen solider Grundlagenkenntnisse Abstriche zu machen. Dabei wurden besondere didaktische Methoden, Spiele und angeleitete Versuche in den Theorieunterricht Hardwareentwicklung eingebracht. In diesem Projekt werden die Versuche so gestaltet, dass sie ohne großen Aufwand in der Klasse in kleinen Gruppen zeitnah zum entsprechenden Theoriestoff durchgeführt werden können. Dazu wurden in der dritten Klasse Lernplatinen entwickelt und gebaut, die nun in der ersten Klasse zum Einsatz kommen. Außerdem werden Schüler aus der dritten Klasse als Tutoren bei den Gruppen der ersten Klasse eingesetzt.

Die Lernplatinen

In der ersten Klasse werden Gleichstromkreise analysiert und berechnet. Dabei spielt die Zusammenschaltung von Widerständen eine häufige Rolle. Ebenso wird das Halbleiterbauelement Diode behandelt. Es gibt daher eine Lernplatine „RD-LAB“ die Schaltungen mit diesen beiden Bauelementen ermöglicht. Ergänzt wird diese Lernplatine durch eine Versorgungsplatine, die den Anschluss eines Steckernetzgeräts und die Umsetzung auf Messleitungen ermöglicht. Beide Platinen sind auf einer Grundplatte montiert und leicht tauschbar.

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Die Zusammenschaltung der Bauelemente untereinander, mit der Versorgung und mit Messgeräten erfolgt mit Jumper-Leitungen.

Weitere Lernplatinen für Kondensatoren und Spulen wurden ebenfalls gebaut.

Der Einsatz in der Klasse

Eine häufige Frage beim Einbau von Versuchen in den Theorieunterricht ist: „Wie soll man mit dem Lehrstoff durchkommen, wenn so viel Zeit für die Versuche eingesetzt wird?“ Es wurden daher Randbedingungen geschaffen, die eine zügige und geordnete Durchführung der Versuche ermöglichen. Dazu gehören:

  • Alle benötigten Materialien sind griffbereit in einem Koffer gesammelt

  • Es gibt Versuchsbeschreibungen und Vorgaben für das Dokumentieren von Ergebnissen

  • Die Schülerinnen und Schüler der ersten Klasse wurden mit einem günstigen Digitalmultimeter ausgerüstet, daher stehen je Gruppe mehrere zur Verfügung.

  • Es gibt eine kurze Vorbesprechung

  • Bei anspruchsvolleren Übungen werden Tutoren aus der dritten Klasse eingesetzt

  • Es gibt eine Nachbesprechung mit Diskussion der Erkenntnisse

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Der Besitz des eigenen Multimeters soll bei den Schülerinnen und Schülern der ersten Klasse auch das Gefühl „ich bin ein Elektroniker / eine Elektronikerin“ erzeugen.

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In der dritten Klasse wurden neben dem Entwurf, dem Bau und dem Test der Lernplatinen auch die Beschreibungen und Übungsanleitungen erstellt.

Beim Einsatz als Tutor ergeben sich für beide Klassen verständnisfördernde Diskussionen.

Ziele

  • In der ersten Klasse:

Die zeitnahe Durchführung von Versuchen passend zum aktuellen Stoff des Theorieunterrichts in Form von Gruppenarbeit in der Klasse soll zu einem besseren Verständnis der Zusammenhänge führen. Das Arbeiten in der kleinen Gruppe ermutigt auch Schülerinnen und Schüler zu Fragen, die sie im Rahmen der ganzen Klasse nicht stellen wollen. Elektronik soll dadurch auch interessanter werden.

  • In der dritten Klasse:

Es werden Platinen entworfen, gebaut und getestet, die bald darauf auch wirklich eigesetzt werden. Die konkreten Fertigstellungstermine führen zu einer engagierten Durchführung der Arbeiten. Zusätzlich wird der Einsatz auch als Tutor begleitet, und dabei Erkenntnisse gewonnen. Die Beschäftigung mit Grundlagen-Themen ist eine gute Wiederholung des Basiswissens.

  • Die Zusammenarbeit beider Klassen:

Neben dem Einsatz von Schülern der dritten Klasse als Tutoren in der ersten Klasse sollen die Kontakte auch zu einer vermehrten Kontaktaufnahme für die Hilfestellung in verschiedenen Gegenständen führen.

Die Erreichung der Ziele wurde - wie immer bei IMST-Projekten - mit geeigneten Methoden abgefragt. Dabei kamen Beobachtungen der Betreuer und Fragebögen zum Einsatz. Das Ergebnis war sehr zufriedenstellend.

Informationen:


IMST……
Innovationen machen Schule Top home page: www.imst.ac.at

Das IMST-Projekt „Elektronik Individualisiert 2“ wurde im Schuljahr 2017/18 an der Abteilung Elektronik und Technische Informatik der HTL Mödling mit einer ersten und einer dritten Klasse der Höheren Abteilung durchgeführt.
Beim IMST-Tag 2018 im Haus der Industrie in Wien wurde das Projekt auf der Bühne und in der Poster-Schau präsentiert.

Der Projektverantwortliche ist
Prof. DI Herbert Kuttelwascher (email: herbert.kuttelwascher@htl.moedling.at).

 geändert am:  06.06.2018   |   © HTL Mödling   |   HTL Schulnetz   |   WebMail